Audiologiewoche HfH 2022: Selbsterfahrung und praktisches Lernen am Landenhof

Autor Marion Ingold

Datum 10.06.2022

Selbsterfahrung und praktisches Lernen am Pädaudiologischen Dienst Landenhof.

Wie erhofft, konnten unser Pädakustiker Beat Weber und ich als Leiterin Pädaudiologischer Dienst den diesjährigen praktischen Teil mit Selbsterfahrung bei uns am Landenhof anbieten. Es nahmen 23 Studierende der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik HfH daran teil. Mehr hätten tatsächlich auch nicht in unsere Audiometrie-Räume gepasst.

Das Motto war wiederum, die Theorie mit der Praxis zu verbinden: Die Studierenden erlebten subjektive und objektive Messmethoden am eigenen Ohr. Es wurde ein Ohrabdruck gemacht und abgegeben. Wer wollte, konnte davon eine Otoplastik als Demo-Objekt in Auftrag geben. Erneut führte der Stimmgabeluntersuch nach Rinne und Weber zu grosser Verblüffung. Das Lesen von Ton- und Sprachaudiogramm wurde anhand von ausgewählten Beispielen vorgestellt. Diverse Hörhilfen sowie Zubehör wurden ausgestellt, erklärt und durften angefasst werden. Ein Büchertisch gab Inputs zu weiterführender Fachliteratur oder Therapiematerial.

Sich praxisbezogen mit dem Thema Hörbeeinträchtigung auseinander zu setzen und sich an mehreren Tagen in die Audiologie und Audiometrie zu vertiefen, wurde geschätzt. Der Austausch mit anderen Fachleuten aus diversen Institutionen, mit verschiedenen Hintergründen und unterschiedlichen Erfahrungen wurde als bereichernd empfunden. Mitgebrachte Audiogramme konnten spezifisch mit Pädakustiker Beat Weber besprochen werden.

Schnell war klar: Die Hörbeeinträchtigung oder das schwerhörige Kind als solches gibt es nicht. Art und Schweregrad einer Hörbeeinträchtigung sowie der Zeitpunkt der Diagnose unterscheiden sich. Auch die persönliche Wahrnehmung der betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie deren Umfeld ist verschieden. Beispielsweise kann eine Schwerhörigkeit in ihrer Auswirkung als sehr gravierend empfunden werden, obwohl diese in der ohrenärztlichen Diagnose und im Audiogramm als leichtgradig benannt wird.

Eine Hörhilfe – sei es ein Hörgerät oder ein Cochlea Implantat – ist und bleibt ein Hilfsmittel. Es ist für unsere schwerhörigen Kinder und Jugendlichen eine wichtige Unterstützung im Hören und Verstehen. Es befreit das Gegenüber jedoch nicht von einem fairen Kommunikationsverhalten. Dies zu vermitteln, ist eine zentrale Aufgabe, zumal die Hilfsmittel und somit die Beeinträchtigung meist unsichtbar sind.

Zur Abrundung der 2.5 Tage am Landenhof stellte Mirjam Stritt, Leiterin Audiopädagogischer Dienst GSR, die Wichtigkeit der CI-Therapie vor und demonstrierte dies mit wertvollen Filmsequenzen aus der Praxis.

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