Ein inspirierender APD-Elternabend

Autor Christoph Woodtli
Datum 21.05.2026
Der Audiopädagogische Dienst des Zentrums Landenhof lud zum Elternabend ein. Nach einer herzlichen Begrüssung durch die APD-Leiterin Regula Fürderer stand vor allem ein zentrales Ziel im Vordergrund: der wertvolle Austausch zwischen Eltern, Familien und Fachpersonen.
Kostenlose Beratung und Unterstützung im Alltag Den Auftakt der Fachvorträge machte Anna Citkovic von der Beratung für Schwerhörige und Gehörlose Aargau Solothurn (BFSUG). Die Fachstelle baut Brücken in der Kommunikation und bietet freiwillige, vertrauliche und kostenlose Sozialberatung für Betroffene von jung bis alt sowie deren Angehörige. Das Spektrum der Unterstützung ist breit: Es reicht von der Hilfe beim Verstehen komplexer Korrespondenz mit Ämtern (wie etwa bei Entscheidungen der IV zur Hilflosenentschädigung) über die Arbeitsintegration im Auftrag von RAV oder IV bis hin zur Suche und Finanzierung von familiären Gebärdensprachkursen.
Empowerment durch "Eltern für Eltern" Yvonne Widmer und Esther Lacher stellten anschliessend die Arbeit der Schweizerischen Vereinigung der Eltern hörbehinderter Kinder (SVEHK) vor. Unter dem Leitgedanken "Eltern für Eltern" rückt die Vereinigung das Empowerment durch Selbstbetroffenheit in den Fokus. Die Referentinnen betonten, wie wichtig der direkte Erfahrungsaustausch unter den Familien für die Akzeptanz der Behinderung und die gegenseitige Unterstützung ist. Durch ein vielfältiges Jahresprogramm mit regionalen Treffen, Spielplatzbesuchen und der grossen Elterntagung im Herbst schafft die SVEHK unverzichtbare Begegnungsräume für ein autonomes Leben in einer inklusiven Gesellschaft.
Persönliche Einblicke, die Mut machen Besonders berührend und informativ war das Interview mit dem selbstbetroffenen Luca Brägger und Sinisa Ljubicic, dem Vater eines hörbehinderten Sohnes. Luca, der heute erfolgreich als Informatiker arbeitet, teilte Erfahrungen aus seiner Schulzeit, die ihn zeitweise auch an den Landenhof führte, und hob hervor, wie wichtig klare Kommunikationsregeln im Familienalltag sind (z.B. sich beim Sprechen anzuschauen). Sinisa Ljubicic erzählte vom Weg mit seinem zehnjährigen Sohn David, der beidseitig Cochlea-Implantate trägt. Er ermutigte die anwesenden Eltern, die Kinder voll in die Gesellschaft zu integrieren und die Hörhilfen mit Stolz zu tragen, statt sie zu verstecken: „Wichtig ist, dass man immer die kleinen Fortschritte sieht und dran arbeitet“. Beide Interviewpartner waren sich einig, dass der Kontakt zu anderen betroffenen Familien eine enorme Hilfe und Kraftquelle darstellt.
Angeregte Tischdiskussionen und Apéro Nach einer Fragerunde im Plenum ging die Veranstaltung in kleine Diskussionsgruppen an den Tischen über, für welche Leitfragen vorbereitet waren. Es war sehr erfreulich, wie angeregt diese Tischdiskussionen verliefen. Sie dauerten deutlich länger als ursprünglich geplant war. Dies unterstreicht eindrücklich, wie gross das Bedürfnis der Eltern nach Vernetzung und dem Teilen der eigenen Erfahrungen ist. Den perfekten und gemütlichen Abschluss fand der Abend schliesslich beim gemeinsamen Apéro.
Wir danken allen Referierenden, Fachpersonen und Gästen für diesen gelungenen und bereichernden Abend!





