Schülerinnen und Schüler B1, Antje Denner

Vom Bison zum Adler: Besuch im NONAM in Zürich

Federhaube, Tomahawk (Beil) und Tipi, stolze Krieger hoch zu Ross oder auf der Jagd nach Bisons. Diese Vorstellungen bestimmen unser Bild von den Indianern. Wir kennen es aus Kinderbüchern, von Westernfilmen und Fastnachtskostümen.  Doch ist das wirklich alles? Bei einem Besuch des Nordamerika Native Museum in Zürich erkundeten die Schülerinnen und Schüler der 1. und 2. Bezirksschule die vielseitigen Kulturen der Native Americans.   

Die Idee, das Nordamerika Native Museum (NONAM) zu besuchen, entstand, weil wir in Deutsch «Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers» von Sherman Alexie gelesen haben. Es erzählt die Geschichte von Arnold, einem Indianerjungen, der beschliesst, auf eine Schule der Weissen zu gehen, um die tristen Verhältnisse im Reservat hinter sich zu lassen. Die Geschichte ist sehr lustig geschrieben und wir haben viel gelacht, aber auch viel über Probleme wie Benachteiligung, Armut und Alkoholsucht gelernt. Das passte so gar nicht zu dem, was wir bisher über Indianer wussten. Also haben wir uns am Donnerstag vor den Sportferien auf nach Zürich ins Museum gemacht.

Am Vormittag stand eine Führung auf dem Programm. Olivia Jenni nahm uns mit auf eine spannende Reise. Zuerst einmal erstaunte sie uns, weil es so viele verschiedene indianische Stämme (über 500 in den USA, über 600 in Kanada!) und Sprachen gibt (einst waren es wohl über 400, heute noch 150 offiziell anerkannte). Eigentlich klar, dass so viele verschiedene Kulturen auf einem so grossen Kontinent sich auch ganz unterschiedlich ernähren, kleiden und in ihrer Umwelt leben.

Besonders interessant fanden wir die folgenden Informationen: Die Indianer trieben Handel mit den Europäern, z.B. tauschten sie Perlen gegen Pelze von Bibern ein. Sie waren hartnäckig und haben viele Elemente ihrer Kulturen bis heute nicht aufgegeben. In der Prärie und im Waldland bestand die Kleidung hauptsächlich aus Tierhaut und Fell, verziert mit Perlen aus Glas und mit Stickereien aus den Borsten von Stachelschweinen. Die Inuit in der Arktis stellten aus Walrossdarm sogar regendichte Jacken und Mäntel her!

Die Indianer haben nicht nur offene Kriege geführt, sondern auch Raubüberfälle in der Nacht, ohne ihre Opfer dabei zu töten oder zu verletzen. Sie stahlen vor allem Pferde, erbeuteten aber auch andere Dinge, z.B. Schild, Pfeil und Bogen. Last but not least: manche Indianer-Stämme haben Zeichensprachen! Die Gebärdensprache der Indianer ist gar nicht mal so viel anders als die der Schwerhörigen.

Unsere Mittagspause haben wir im Pavillon des Museums verbracht. Alicia und Emilia von der B2 durften ein Interview mit Frau Jenni führen. Es ging um ihr Projekt «Das Pferd bei den Indianern». Wir freuen uns auf ihre Präsentation!

Am Nachmittag besuchten wir erneut die Dauerausstellung, um uns die Gegenstände dort nochmals genau anzuschauen, Fotos von unseren Lieblingsobjekten zu machen und kurze Filme anzusehen. Es gab auch eine Sonderausstellung über Edward Curtis (1868-1952). Der berühmte Fotograf hat mehr als 40‘000 Aufnahmen von den Indianern gemacht. Er hat sehr viele Portraits geschossen, viele davon fanden wir traurig, weil die Fotografierten meist nicht lachen, sondern todernst dreinschauen. Edward Curtis wurde von den Indianern auch «Shadow Catcher» (Schattenfänger) genannt. Auffällig sind die vielen Fotos von Männern mit «war bonnet» (Federhaube) und zahlreiche Landschaften mit Indianern. Die Portraits sind oft in einer sehr schönen Perspektive aufgenommen und die Landschaften sehr stimmungsvoll. Ganz gut gefallen hat uns persönlich auch die Foto-Box, in der wir Bilder von uns im historischen Stil und vor einem selbstausgewählten Hintergrund von Curtis machen konnten.

Nach den Ferien wollen wir den Fotografien von Edward Curtis noch etwas mehr auf den Grund gehen. Warum machte der Mann überhaupt so viele Aufnahmen? Und wie hat er sie eigentlich gemacht? Können wir da auch etwas für uns lernen?

(Wir danken dem NONAM für die Bereitstellung der Fotos 9 bis 11)

 

 

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