Rebecca Gubler

Ein Tag im Leben einer Audiopädagogin

08.20 Uhr: Packen

Als Audiopädagogin im Vorschulbereich brauche ich einiges an Material, da unsere Klientel zwischen 0 und ca. 8 Jahre alt ist.

08.30 Uhr: Begrüssung

Ich besuche ein 3- jähriges Mädchen mit einer bilateralen mittelgradigen Schwerhörigkeit.

Beratung & Begleitung

Nach dem Anfangslied wird der Grundwortschatz im Bereich der Zootiere vertieft.
Die Tiere werden aus einem Kirschsteinbad gefischt, benannt und zum passenden Tierbild gelegt.

In einem nächsten Schritt wird überlegt, welche Tiere denn im Wasser und welche auf der Erde leben.

Kontrolle der Ohren & der Hörgeräte

Sporadisch werden die Ohren sowie die Hörgeräte kontrolliert.

Auditive Wahrnehmung verfeinern

Inmitten des Spiels ertönt ein Handywecker. Gemeinsam suchen wir den Ursprung der Melodie und trainieren auf diese Weise das Richtungshören.

Familienarbeit

Neben der Arbeit mit dem hörbeeinträchtigten Kind sind der Austausch und das Miteinbeziehen der Eltern sowie vorhandener Geschwister ein wichtiger Teil meiner Arbeit.

Auto fahren

Das Auto ist mein ständiger Begleiter. Wir vom Audiopädagogischen Dienst Landenhof decken den ganzen Kanton Aargau ab.

10.30 Uhr: Elternarbeit

Am Landenhof führe ich ein Elterngespräch, in welchem unter anderem die förderdiagnostischen Ziele des nächsten Semesters gemeinsam besprochen werden.

12.15 Uhr: Mittagessen

Bei einem vollen Stundenplan und teilweise langen Fahrzeiten wie heute, geniesse ich mein Mittagessen unterwegs.

13.10 Uhr: Material

Am Nachmittag steht als erstes eine Sensibilisierungslektion in einer Einschulungsklasse auf dem Programm, welches viel Material benötigt.

13.30 Uhr: Sensibilisierung

Kindergarten- und Schulklassen von hörbeeinträchtigten Kindern werden zu Themen rund ums Hören sensibilisiert.

 

Themen für solche Lektionen beinhalten bspw. den Hörvorgang, die Selbsterfahrung einer Hörbeeinträchtigung mit Hilfe von Pamir und Ohrstöpseln oder die fünf Sinne.

 

Nachdem ich den Hörvorgang am Ohrmodell und mit Hilfe von Bildern erklärt habe, dürfen die Kinder selbst als laute und leise Töne fungieren und den Hörvorgang auf einem Parcours durchlaufen.

Hilfsmittel

Ich instruiere die Lehrperson im Umgang mit der FM-Anlage (Frequenzmodulation). Das hörbeeinträchtigte Kind hört die Stimme der Lehrperson direkt über die Hörgeräte.

15.00 Uhr: Vor- und Nachbereitung

Lücken im Stundenplan werden genutzt für Journaleinträge oder weitere Förderideen.

15.45 Uhr:

Ich besuche ein 4.5-jähriges Mädchen mit einer bilateralen hochgradigen, an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit in einer Kita. Passend zum Regenwetter singen wir ein Regentropfenlied und lassen die Tropfen in Form von Eicheln oder Murmeln in verschiedene Gefässe fallen. Blind erraten wir im Anschluss aufgrund der verschiedenen Töne das jeweilige Gefäss (Geräuschdiskriminierung).

Aussprache

Das korrekte Aussprechen von Lauten wird mit Hilfe von Mundbildern, Gesten oder dem Erspüren regelmässig trainiert. Hier im Beispiel der Laut «g» im Wort «Papagei».

Auditive Merkfähigkeit

Mit einem Merkspielpuzzle wird hier das Merken von vier Begriffen in verschiedenen Reihenfolgen trainiert. Die Kontrolle erhält das Kind mit Hilfe des Puzzles. Da beim Unterscheiden vier ähnlich klingender Begriffe das Ablesen von zentraler Bedeutung ist, nehme ich die Maske trotz Sichtfenster ab.

Rhythmisch-musikalische Erziehung

Neben dem täglichen Singen von Liedern und Fingerversen ist auch das Hantieren mit verschiedenen Instrumenten wichtig für die Schulung des Hörsinnes.

 

Mit Hilfe von Klangschalen können den Kindern eindrücklich die Schwingungen der Schallwellen akustisch, taktil sowie mit Wasser auch visuell nähergebracht werden.

17.15 Uhr:

Mit der letzten Autofahrt endet mein Tag für heute und ich gehe zufrieden und müde nach Hause.

 

 

 

 

 

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