Interview mit Laura, Stefan und Mateo

«Ich lese Abenteuer und sonst alles, eigentlich»

Einige Landenhof-Schülerinnen und -Schüler lesen leidenschaftlich gerne Bücher. Ein Interview mit Jugendlichen.

 

Stefan, Mateo, Laura, welches Buch lest ihr gerade?

Stefan (15 Jahre): Einen Krimi, «Die weisse Löwin».
Mateo (16): Ich lese den Roman «Das Licht, das wir nicht sehen».
Laura (17): Wir lesen in der Schule «Simpel» von Marie-Aude Murail.

 

Habt ihr Lieblingsthemen?

Laura: Ich lese eher romantische Geschichten.
Stefan: Abenteuer und sonst alles, eigentlich.
Mateo: Ich lese ziemlich viel. Es gibt verschiedene Typen von Büchern, die mich ansprechen: Ich habe gerne Romane, bei denen es um Geschichte geht. Darüber lese ich momentan sehr viel, vor allem über den zweiten Weltkrieg.

 

Wie viele Stunden lest ihr täglich?

Mateo: Ich lese vor allem abends jeweils eine halbe Stunde. Da kommen schon etwa fünf Stunden pro Woche zusammen. Und wenn ich mehr Zeit habe, werden es ganz schnell viele Stunden mehr.

 

Habt ihr einen Ort, an dem ihr besonders gerne lest?

Mateo: Es muss einfach gemütlich sein. Auf einem Sessel oder auf dem Bett ist es «chillig».

 

Was bedeutet Lesen für euch?

Laura: Es kommt darauf an: Wenn es spannend ist, lese ich gerne. Und ich merke, dass ich mein Deutsch verbessern kann.
Stefan: Für mich ist es ein Zeitvertreib. Lesen macht mir Spass.
Mateo: Bei mir hat Lesen schon immer eine grosse Bedeutung gehabt. Als ich klein war, hat mir meine Mutter oft vorgelesen. Heute lese ich ziemlich gerne und in meinem Wunschberuf, Fachmann Information und Dokumentation, wird Lesen wichtig sein.

 

Mateo, Du hast durch deine Mutter zum Lesen gefunden. Wie ist es den anderen ergangen?

Laura: Mein Vater und meine Grosseltern haben mir oft etwas vorgelesen. Ich lese aber nicht so gerne – ausser es ist spannend.
Stefan: Ich bin auch durch die Eltern zum Lesen gekommen. Ich lese schon seit ich klein war.

 

Wir haben über Bücher geredet. Lest ihr auch auf dem Smartphone?

Laura: Ja, 20-Minuten, WhatsApp, Kommentare. Das ist ja auch lesen. Ich bin mehr am Handy. Es ist aktueller, das Buch wird schneller langweilig.
Stefan:
Ich lese eher Bücher. Ich habe es probiert: Online lesen hat mich nicht gepackt. Es macht irgendwie einfach mehr Spass, wenn man ein Buch in der Hand hat.
Mateo: Ich lese wahrscheinlich öfter im Handy als im Buch. Wegen all der Online-Nachrichten, die einen schnell auf dem aktuellen Stand bringen. Da liest man automatisch viel auf den Handys. Aber Geschichten lese ich im Buch. Man hat etwas in der Hand, kann es fühlen und überall mitnehmen.

 

Was haltet ihr von E-Books?

Mateo: Es hat Vor- und Nachteile. Einerseits können tausende Bücher auf einem Gerät gespeichert werden, andererseits hat ein Buch immer etwas Spezielles an sich. Man kann Bücher sammeln und ins Bücherregal stellen, man kann es herausnehmen und lesen, wie in einer Bibliothek.
Stefan: Das E-Book ist überflüssig, da es Tablets und das gedruckte Buch gibt. Das ist eigentlich schon genug. Es braucht nicht noch ein drittes Medium.

 

Lesen eure Kolleginnen und Kollegen auch?

Mateo: Ich habe eine Kollegin, die einen Bücherblog hat. Die Verlage schicken ihr Bücher, sie liest diese und bewertet diese dann in ihrem Blog.
Laura: Meine Kollegen lesen selten Bücher. Sie sind eher am Handy. 20-Minuten und so.

 

Weshalb lesen nur wenige Jugendliche Bücher?

Laura: Viele Jugendliche sind mit dem Handy beschäftigt und im Internet kann man alles machen. Sie brauchen keine Bücher mehr.
Mateo: Man muss das Lesen einfach für sich entdecken. In der Jugend hat man oft andere Interessen. Später, wenn man vielleicht eine differenziertere Meinung entwickelt, liest man vielleicht auch öfter.
Stefan: Viele Jugendliche haben keine Lust, ein Buch zu holen, für das man bezahlen muss. Im Internet ist das Meiste gratis.

 

Wenn ihr fürs Lesen Werbung machen müsstet. Wie würdet ihr es anpreisen?

Laura: Es gibt nicht nur Bücher, man kann auch auf dem Smartphone News lesen. Man kann mit dem Lesen aber auch Fortschritte machen im Deutsch und neue Wörter lernen.
Stefan: Man lernt enorm viel durch Bücher. Dinge, die man nicht gut versteht, kann man durch Geschichten in Büchern viel besser verstehen.
Mateo: Man stärkt sein Allgemeinwissen und man kann die Sprache besser anwenden. Es ist cool: wenn man liest, ist es wie ein Kinobesuch. Man verliert sich in dem Buch und kann nicht mehr aufhören zu lesen. Ist einem langweilig, nimmt man lieber ein spannendes Buch in die Hand, statt mit dem Handy zu spielen.
Stefan: Man kann richtig süchtig werden vom Lesen.
Mateo: Manchmal liege ich abends im Bett und sage mir: das ist jetzt die letzte Seite. Nach 20 Seiten schlafe ich dann immer noch nicht.

 

Vielen Dank für Eure engagierten Aussagen.

Das Interview führte Adrian Meyer, Sozialpädagoge in Ausbildung am Landenhof. Das Interview erscheint Anfang Dezember 2016 im Jahresbericht 2015/16.  Weitere Beiträge zum Schwerpunkt Lesen finden Sie da.  

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