Dagmar Meyer, Christoph Woodtli

Elternbesuchsmorgen

An einer Informationsveranstaltung im Rahmen des Elternbesuchsmorgens gaben vier Schülerinnen der Berufsfachschule für Lernende mit Hör- und Kommunikationsbehinderung (BSFH) den anwesenden Eltern und Schülern der Abschlussklassen Auskunft über ihre Erfahrungen in der Berufslehre.

 

Leonora Brüngger, 1. Lehrjahr Fachfrau Gesundheit, arbeitet in einem Altersheim

Der Wechsel ins Berufsleben bringt viele Veränderungen mit sich. An der BSFH trifft sie wieder Freunde vom Landenhof. In der Berufsschule wird sie unterstützt, der Unterricht findet in kleinen Gruppen statt. Sie besucht zwei Tage die BSFH und spielt weiterhin Fussball. Zusammen mit 12 Schülerinnen besucht sie die überbetrieblichen Kurse an der öffentlichen Berufsschule. Dort setzt sie die FM-Anlage ein und erfährt Verständnis für ihre Hörsituation.

TIPP: Passt in der Schule auf, sonst bekommt ihr keine Lehrstelle!

 

Katja Müller, 3. Lehrjahr Kauffrau M-Profil, arbeitet auf der Gemeindeverwaltung

Der Wechsel Arbeit – Schule ist anspruchsvoll, die Ausbildner erwarten viel. Sie freut sich jedes Mal, Schwerhörige an der BSFH zu sehen. Da sie in der Klasse nur zu zweit sind, kann sie sich auf die Berufsmatur konzentrieren. An der öffentlichen Berufsschule wäre dies für sie unmöglich gewesen, weil sie mehr Energie und Aufwand zum Mitkommen einsetzen müsste. In den überbetrieblichen Kursen ist sie auf die FM-Anlage angewiesen, denn sie sind 30 Lernende in der Klasse. Sie fragt nach, wenn sie etwas nicht verstanden hat. Die Freizeit konzentriert sich bei ihr aufs Wochenende, obwohl sie Zeit für Hausaufgaben einplanen muss.

TIPP: Schnuppert verschiedene Berufe, bevor ihr euch für einen entscheidet.

 

Fatima Noor, 2. Lehrjahr Bäckerin - Konditorin – Confiseurin, arbeitet in Lenzburg

Ihr Traumberuf war Coiffeuse, aber beim Schnuppern merkte sie, dass ihr der Beruf Bäckerin - Konditorin - Confiseurin besser zusagte. Nach einem Jahr Praktikum konnte sie die EBA - Lehre beginnen und nächsten Sommer wechselt sie in die EFZ - Ausbildung. In ihrer Klasse ist sie die einzige Schülerin und kann so viel profitieren. Hausaufgaben habe sie vor allem in der Berufskunde zu lösen. Die überbetrieblichen Kurse besucht sie zusammen mit 7 Lernenden an der Berufsschule in Aarau, die über ihre Hörsituation informiert sind. Im Betrieb muss sie jeweils die Leute darauf hinweisen, dass sie mit ihr hochdeutsch sprechen. Wenn es Probleme im Betrieb oder in der Schule gibt, dann werden zusammen Lösungen gesucht. Ihre Freizeit verbringt sie zum grössten Teil zu Hause.

 

Sabrina Zwahlen, 3. Lehrjahr Kauffrau M-Profil, arbeitet im Spital Schaffhausen

Eigentlich hatte sie vor, die öffentliche Berufsschule zu besuchen, liess sich aber im Brückenjahr davon überzeugen, dass die BSFH für sie besser sei. Heute ist sie froh, dass sie an der BSFH ist. Zusammen mit 25 Lernenden besucht sie die überbetrieblichen Kurse. Dort setzt sie die FM-Anlage ein. Jedes halbe Jahr muss sie die Abteilung im Spital wechseln. Sie informiert die Mitarbeitenden über ihre Hörsituation und dass sie beim Telefonieren nachfragen muss, denn es entstehen schnell Missverständnisse. Die Hausaufgaben erledigt sie im Zug. Sie geht nach wie vor ins Basketballtraining und trifft sich am Wochenende mit Freunden. Die Zeit muss sie sich gut einteilen und Prioritäten setzen.

TIPP: Bewerbt euch früh, schaut euch die Bewerbung kritisch an und verbessert sie. Bleibt beim Vorstellungsgespräch authentisch, d.h. so wie ihr seid!

 

 

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