Stützpunkt Gymnasium/DMS – das Mittelschulprojekt des Landenhofs
Schülerinnen einer Gymnasialklasse sitzen in der Mensa zum gemeinsamen Lernen beieinander. «Seit wann sprechen wir eigentlich hochdeutsch miteinander?» Sie lachen, weil sie erst jetzt bemerken, dass sie hochdeutsch weitergeredet haben, obwohl ihre hörbehinderte Mitschülerin die Runde vor kurzem verlassen hat. Es ist ihnen zur Selbstverständlichkeit geworden, in die Hochsprache zu wechseln, sobald sie dabei ist. Ihre Mitschülerin hört zwar mit ihrem Cochlea-Implantat besser als früher. Aber da sie als kleines Kind fast gehörlos war, spricht sie hochdeutsch und ist darauf angewiesen, dass man mit ihr auch hochdeutsch spricht – auch, damit sie zusätzlich von den Lippen lesen kann.
Diese Schülerin ist nicht die einzige mit einer Hörbeeinträchtigungin der Neuen Kantonsschule Aarau (NKSA). Drei Schülerinnen mit unterschiedlichen Hörbehinderungen haben letzten Sommer das erste Jahr in der Kanti abgeschlossen, zwei im Gymnasium, eine in der Diplommittelschule (DMS). Eine Schülerin ist neu in die erste Klasse der DMS eingetreten. Zwei der vier hörbehinderten Mittelschülerinnen hatten zuvor die Bezirksschule im Landenhof (in der Schweizerischen Schule für Schwerhörige)besucht,zweieineöffentlicheBezirksschule des Kantons Aargau.

Konzentration an einer Schule
Im Normalfall würden die Schülerinnen verschiedene Kantonsschulen im Kanton Aargau und im Kanton Solothurn besuchen. Dass sie am gleichen Ort zur Schule gehen, wurde durch das Projekt ermöglicht, welches der Landenhof mit der NeuenKantonsschuleAarauimSchuljahr03/04startete: Stützpunkt Gymnasium/DMS. Diese neue Einrichtung will erreichen, dass hörbehinderte junge Menschen sich nicht mehr als Einzelne in einer Mittelschule durchschlagen müssen, und dass sie zugleich eine intensive, ihrer Situation angemessene Unterstützung erfahren. Wenn mehrere in der gleichen Schule beisammen sind, haben sie die Möglichkeit, ihre Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu stützen. Die Schule ihrerseits kann durch die vielfältigen und wiederholten Erfahrungen ein Knowhow zur Integration hörbehinderter SchülerInnen entwickeln.

Unterstützung von zwei Seiten
Das Projekt «Stützpunkt» wird im Wesentlichen umgesetzt durch zwei Personen: Zum einen durch einen Koordinator innerhalb der NKSA, welcher den für die SchülerInnen notwendigen Stützunterricht organisiert und sie sowie die Eltern aus der Sicht des Mittelschullehrers berät. Zumandern durch eine Fachperson des Landenhofs, welche für die audiopädagogische Begleitung zuständig ist. Dazu gehören die Information und Beratung der Eltern, der involvierten Lehrkräfte und betreffenden Klassen, Unterrichtsbesuche und im Bedarfsfall audiopädagogischer Einzelunterricht

Offen für alle
Der Stützpunkt Gymnasium/DMS hat bereits sein zweites Jahr begonnen. Er steht auch im nächsten Schuljahr weiteren hörbehinderten Schülerinnen und Schülern von überall her offen, welche die Qualifikation für den Besuch einer Mittelschule mitbringen.

 

 
websolution
by netbike
  Mittelschulaustritt
  Mittelschulaustritt
     
 
institution
audiopädagogischer dienst
pädoaudiologischer dienst
psych_dienst
mitarbeiter
wohngruppen
livecam
   
agenda home stellen kontakt links