Der Landenhof (Schweizerisches Zentrum und Schule für Schwerhörige) bereitet hörbehinderte Jugendliche auf den Eintritt ins Berufsleben vor. In diesem Prozess ist er auf die Bereitschaft und die Mitarbeit von Ausbildnern aus Firmen und Unternehmen angewiesen. Jedes Jahr werdendie Betreuerinnen und Betreuer, die unsere Schülerinnen und Schüler während des Berufsweltpraktikums unterstützen und die aktuellen Berufsbildner von ehemaligen SchülerInnen des Landenhofes zu einem Austausch mit anschliessendem Apéro eingeladen.

Hauptteil der diesjährigen Veranstaltung war ein Podiumsgespräch an welchem drei hörbehinderte, ehemalige Schüler des Landenhofs, der Leiter der Berufsschule für Hörgeschädigte in Oerlikon, ein Leiter der Stiftung „Gehörlosendorf Turbenthal“ und ein Ausbildner mit einem Lehrling im zweiten Lehrjahr, teilnahmen. Robert Studler, Schulleiter am Landenhof moderierte das Gespräch mit Hilfe des Sachcomics: „Unerhört“. Die Bilder lockerten das Gespräch auf und waren gleichzeitig Anregung für und Illustration der Diskussionsschwerpunkte:

• Wie sind die beruflichen Chancen von Hörbehinderten im Vergleich zu Hörenden?
• Was fördert, was erschwert eine Zusammenarbeit von Hörenden und Hörbehinderten?
• Welche konkreten Massnahmen sind wichtig für eine optimale Gestaltung des Arbeitsplatzes von hörbehinderten Mitarbeitenden?
• Wie können Missverständnisse entstehen in der Kommunikation zwischen hörbehinderten und hörenden Mitarbeitenden?

Einzelne Statements aus dem Podiumsgespräch:

• Wenn man an sich glaubt und ein Ziel vor Augen hat, eröffnen sich auch berufliche Chancen. Hörbehinderte müssen aber mehr Einsatz zeigen als Normalhörende.

• Es gibt keine Berufe für Schwerhörige, sondern es gibt einfach Berufe, die zu einem passen. Schlussendlich kommt es nicht nur auf die Behinderten an, sondern es ist immer das ganze soziale und berufliche Beziehungsnetz betroffen. Darum kommt es auch sehr auf die Ausbildner an.

• Sowohl für Hörbehinderte, wie auch für Normalhörende ist es nicht immer möglich ihren Traumberuf zu verwirklichen, aber jeder sollte etwas finden, das zu seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten passt.

• In unserem Betrieb ist das so: alle die mit dem Hörbehinderten zusammen kommen, müssen Hochdeutsch sprechen.

• Es ist ein langer Weg für hörbehinderte Lernende beispielsweise am Telefon sagen zu können: „Bitte sprechen sie langsam, ich bin hörbehindert“.

Damit eine berufliche Eingliederung gut gelingen kann, ist von der Seite der Hörbehinderten, wie auch von der Seite der Arbeitgeber viel Organisation, Verständnis und die Bereitschaft individuelle Lösungen zu finden nötig. Dieser Aufwand lohnt sich aber, da eine erfolgreiche Zusammenarbeit für alle Beteiligten eine wirklich gute Erfahrung darstellt.

 

Das Podiumsgespräch: